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Das BTX-Terminal Multitel11 war eines der beiden Flagschiffe der deutschen Bundespost - ein echtes Luxusgerät. Bemerkenswert ist die Größe des Gerätes. Es ist klein und handlich. Man kann gleichzeitig telefonieren und im BTX surfen. Die Telefonfunktion funktioniert auch bei Stromausfall. Innen ist es vollgestopft mit Technik. Man kommt auf 7 Platinen wenn man nachzählt. Die Bauweise des Terminals lässt die Maßlosigkeit erahnen mit der beim Entwurf von BTX vorgegangen wurde. Diese Terminals kosteten 600-1200DM. Das Multitel11 war übrigens ein OEM Gerät von Siemens. Es wurde auch unter anderen Bezeichnungen (z.B.: Bitel) unter die Leute gebracht. Übrigens: Das Multitel lässt sich ohne zusätzliches Werkzeug innerhalb von Sekunden öffnen. Das einzige Werkzeug das nötig ist, ist der Schlüssel vom Zugriffsrechteschalter. Auch der Rest ist nur gesteckt und ohne Werzeug zerlegbar. Werner von Siemens wäre stolz gewesen - so sollte ein Telefon sein!






Mainboard:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Die Hauptplatine ist großzügig gestaltet. Verbaut wurde nur was selten und teuer ist. Auf der Hauptplatine befinden sich der Videocontroller und die CPU. Die Userdaten werden auf einer separaten batteriegepufferten S-Ram-Platine gespeichert so konnte man bei einem Mainboardtausch die Userdaten umziehen. An solchen Details spiegelt sich der hohe Anspruch wieder, der bei der Entwicklung zu Grunde gelegt wurde. Heute gelten solche Features, die der Kunde nicht direkt sieht als unnötig teuer. BTX-Terminals verfügten gerade anfangs nicht über interne Modems, so ist es auch bei diesem. Die Modems (DBT-03) wurden von der Post geliehen und waren verblompte Blackboxen die vor zustandekommen der Verbindung noch eine geheime Kennung austauschten.






Telefonplatine:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Das interne Telefon ist natürlich als separate Baugruppe realisiert. Alles andere wäre eine Schichtverletzung. Die Baugruppe funktioniert auch bei unterbrochener Stromversorgung. Übrigens: Mikrofon und Lautsprecher im Hörer funktionieren rein kapazitiv. Das bedeutet sie enthalten keine Magnete. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich die eingebaute Bildröhre. Der Hörer wird direkt über der Bildröhre abgelegt. Das hätte bei normalen magnetischen Hörerkomponenten zu einer Bildverzerrung geführt.






Zugriffsrechte:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern BTX hat wie Wau Holland mal gesagt hat "das Risiko von direkter finanzieller Schädigung." Da will man seinen BTX-Anschluss natürlich vor Fremdbenutzern schützen. Das Mulitel hat hierfür eine Baugruppe auf der sich ein Schlüsselschalter befindet. Wahlweise kann man nur BTX Sperren, Telefonieren und BTX sperren oder das Telefon komplett für abgehende Anrufe sperren. Dann kann man nur angerufen werden. Ob Notrufe von dieser Sperrung ausgenommen sind probieren wir lieber nicht aus.






Bildröhre und Netzteil:
Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrößern Die Datensichtung erfolgt über eine kleine Schwarz/Weiss Bildröhre. Meine Röhre habe ich mit einem Orangefilter versehen da ich es als das Kalkweiß von Schwarzweissbildschirmen als sehr unangenehm empfinde. Das ist auch der Grund warum mein Multitel auf sämtlichen Fotos eine Orange Bilddarstellung hat. Der Monitor hat ein sehr interessantes Feature: Wenn man den Hörer abnimmt um zu wählen oder eine BTX-Seite ansehen möchte wird der Monitor aktiviert. Das Bild ist sofort und ohne Verzögerung sichtbar. Der hier verwendete Trick ist die Röhre ständig, aber mit geringerem Strom als normal vorzuheizen. Der Zeilentrafo ist während des Standbys natürlich abgeschaltet. So hat man immer eine warme Bildröhre und somit keine Warmlaufzeit. Obwohl ich der Meinung bin das diese Standbyfunktion eine geniale Idee ist finde ich es etwas schade um den Strom der da verheizt wird. Ein Netzschalter wäre bestimmt nicht verkehrt gewesen.











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